Mittwoch, 19. Oktober 2016


Reimar Oltmanns: Reporter-Leben - Keine Zeit für Angst und Tränen. Das Fremde wird nah, die Nähe fremd. Kein Ort - nirgendwo


Der Reporter Reimar Oltmanns schrieb seine Autobiografie, die sich wie ein Roman liest. Nur mit dem Unterschied, dass es sich hierbei um die Wirklichkeit handelt. So entstand ein subjektives Dokument der Zeitgeschichte von einer entwaffnenden Offenheit, auch Gesellschaftskritik.Reimar Oltmanns zeichnet sein Dasein auf, um Vergangenes, Verdrängtes, Vergessenes vieler Zeitgenossen oder Weg Gefährtinnen ins Blickfeld zu rücken. Dabei hatte der Reporter Sehnsucht nach Weltweit-Grenzen. Er fühlte Fernwehund meinte Heimweh. Sein Leben glich einer atemlosen Berg- und Talfahrt. Es ging stets rauf wie runter, angekommen ist er nie. Er traf in Deutschland und anderswo auf Charaktermasken und Karrieristen, deren Bilder sich wie Fratzen tief in sein Gedächtnis eingegraben haben. Reimar Oltmanns begreift sein Dasein, seine Erinnerungen, Widersprüche  und Konflikte als unverbrüchliche Seismographen für viele Weggefährten seiner Generation. Für Menschen, die den Paradigmen-Wechsel in unserer Epoche möglichst unbeschadet überstehen wollen.Reimar Oltmanns ist immer noch auf der Suche, immer noch spürt er den Unruhe-Zustand. Er war ein Reporter aus Leidenschaft, unbestechlich, mutig und rastlos. So reiste er durch die deutschen Lande, gab Entrechteten, Ausgestoßenen seine Stimme. Er flog zu fernen Kontinenten, in denen Krieg, Terror, Folter und Diktaturen herrschten, dort wo der Mensch entmenschlicht vor sich hindümpelte. Jene Schallgrenzen speisen Herrschaftsinstrumente der Ausgrenzungen, Abgrenzungen Entgrenzungen - Sprachgrenzen.Reimar Oltmanns begriff im rasenden Zeitalter seiner Jahrzehnte ganz allmählich, dass er nur eine Heimat hat: die der deutschen Sprache - Reporterleben.

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Reporter-Leben. Keine Zeit für Angst und Tränen.
Das Fremde wird nah, die Nähe fremd. Kein Ort - nirgendwo. 
Autobiografie.
Tredition-Verlag, Hamburg 2015,
Hardcover ISBN 978-3-7323-5491-7,
Paperback ISBN 978-3-7323-5490-0
e-Book: ISBN 978-3-7323-5621-8
 Seitenzahl 608 
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"Der Autor zeichnet eine selbstkritische Biografie zwischen Anpassung und Aufbegehren, zwischen Karriere und Ausstieg. Er schildert sein Reporter-Leben vor dem Hintergrund der letzten fünfzig Jahre; es ist eine aufwühlende, einfühlsame Buchlektüre ...".                               Hans-Jürgen Michel, Schwerin

                                                                  ***

"Das ist eine großartige Aussage eines Zeitzeugen von "damals" - und wir könnten sie so übernehmen in dieser jetzt so dramatischen Zeit in Europa."                               Micaela Sauber, Hamburg


Dienstag, 16. Februar 2016

Lutz Hachmeister: Der Hannover-Komplex. Der Aufstieg zum Machtzentrum der Bundesrepublik - ARD 2. Mai 2016


                                             Umwege,schreibt die MEDIEN-KORRESPONDENZ, sind Denkwege. Etwas bigott kommt  Reimar Oltmanns daher, der frühere Korrespondent der Zeitschrift  STERN.  Wo Oltmanns politisch analysiert, etwa Niedersachsen und Hannover als Kerngebiet der Deutsch-Nationalen beschreibt, ist er verlässlich; wo er sich jedoch über Schröders und Wulffs Ehe- und  Liebesleben auslässt, wird es etwas klebrig-boulevardesk.

Vierzehn Abenteuer mit Pupsi Maus & Igel Ferdinand - aufgezeichnet und illustriert von Helga Möller-Tallay






                                       


Hereinspaziert in die Wurzelhöhle von Igel Ferdinand + Pupsi Maus. 
In ihrer geheimen Welt erleben sie Abenteuer, spannende Erlebnisse, auch wilde Mutproben in der Luft und auf dem Wasser. Ihre Streifzüge gehen über Wiesen und durch Wälder. Aber auch auf dem Jahrmarkt an der Würstchenbude müssen sie Gefahren bestehen.Sie halten zusammen wie Pech und Schwefel. Eine Freundschaft fürs Leben beginnt zwischen Igel Ferdinand + Pupsi Maus. - Sehr zu empfehlen diese Gutenacht-Lektüre.

epubli Verlag, Berlin, 94 Seiten, 62 Bilder

ISBN:  978-3-7375-9010-5

  

 



 


Freitag, 9. Mai 2014

Reimar Oltmanns "Kein schöner Land in dieser Zeit. Verlorene Illusionen". Bild-Band 1 (1969-1979) und Bild-Band 2 (1980-2010)
























Der erste Band mit Bilddokumenten von 427 Seiten hilft Gedächtnislücken zu schließen. Nur ein präzises Erinnern lässt gesellschaftliche Stagnation, gedanklichen Stillstand - aber auch restaurative Abläufe in ihrer Kontinuität erkennen. Spuren in Manuskripten wie sorglos verschüttete Texte gilt es zu sichern, nicht nahezu alles einer teilnahmslosen Beliebigkeit zu überlassen. In diesem Buch erzählt Reimar Oltmanns von Menschen , Schicksalen, Ereignissen - von verloren gegangenen Illusionen. Diese edierte Reportage-Sammlung entführt Leser wie Leserinnen auf eine Weltreise - spannend, analytisch, einfühlsam. Es sind Beschreibungen aus einer längst verflossenen Epoche, aber in ihrer Aussagekraft immer noch aktuell.

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Reimar Oltmanns: Kein schöner Land in dieser Zeit. Verlorene Illusionen - Reportagen, Berichte, Porträts, Erzählungen zur Zeitgeschichte. Band 1 (1969-1979). Books-on-Demand, Norderstedt 2010, ISBN 9783842332942

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 e-paper:
http://itunes.apple.com/de/book/kein-schoner-land-in-dieser/id445836980?mt=11
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Im zweite
n Band mit zahlreichen Fotografien von 352 Seiten belichten Milieubeschreibungen aus vielen Ländern die Wirklichkeit. Sie zeigen Denkweisen, Gefühle und Handlungsstrategien einer vergangenen Ära. Ein Rückblick, der verdeutlicht, dass die Befindlichkeiten der Menschen, ihre Hoffnungen, Perspektiven und Verzagtheiten, ihre Rechtfertigungs- und Verdrängungsmechanismen intensiver waren als im darauffolgenden Jahrzehnt. - Reportagen biegen Realitäten nicht zurecht, lassen sich nicht in erwartete ideologische Grundraster zwängen, sprengen deren Rahmen. Die Reportage ist und bleibt dieKönigin der journalistischen Kunst.

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Reimar Oltmanns:
Kein schöner Land in dieser Zeit. Verlorene Illusionen - Reportagen, Berichte, Porträts, Erzählungen zur Zeitgeschichte. Band 2 (1980-2010). Books-on-Demand, Norderstedt 2010, ISBN 9783842333130
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e-paper:

http://itunes.apple.com/de/book/kein-schoner-land-in-dieser/id445836999?mt=11

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"Die Zeit heilt Schmerzen und Streitigkeiten,
weil der Mensch sich ändert.
Weder der Beleidiger noch der Beleidigte
bleiben, was sie einmal waren."
Blaise Pascal, katholischer Philosoph (*1623+1662)

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Milieubeschreibungen, Erzählungen und Berichte des Autors Reimar Oltmanns über die Mächtigen, Verbannten wie Ausgesperrten in vielen Ländern in ihren Epochen belichten die Wirklichkeit dieser Jahrzehnte. Sie zeigen  eindrucksvoll verschiedene Denkweisen, Gefühle, Ohnmachtsmomente und einen unbändigen Freiheitswillen der beschriebenen Einzelschicksale überall auf der Welt.

Der Autor war als Reporter für  verschiedenen deutsche Magazine an vielen Krisen- und auch Kriegsschauplätzen unterwegs. Seine Bücher machen nachdenklich. Oltmanns berichtet vorgeblich über Hunger, Umweltzerstörung, Kindesmisshandlungen, Folter im Namen der Terroristenjagd wie  die systematische Durchleuchtung des einst unbescholtenen Bürgers. Schauplätze, gar Anlässe mögen sich verändert haben, Grundbedingungen des Überlebenskampfes schaffen vielerorts neue Aktualität.

Beide Bücher von Reimar Oltmanns umfassen ganze vierzig Jahre - und vier Jahrzehnte sind kein Tag. Leser wie Leserinnen werden unweigerlich über die anschaulichen Texte reflektieren, weil sie sich fragen, welche Fortschritte für die Würde des Menschen tatsächlich - in Sachen Demokratie , Menschenrechte, gegen Ausbeutung der Bevölkerung - gemacht worden sind. Es hat sich, das belegen die beiden Bände zweifelsfrei. wenig verändert. Hoffnung? Fehlanzeige.

Aber auch in Europa - vornehmlich in Deutschland - werden Oltmanns Reportagen zu einem Stück Geschichtsbegleitung, Geschichtsbeschreibungen. Die politische Routine in den Hauptstädten dieses Kontinents entpuppt sich zunehmend geschmeidiger, konturloser zu einer TV-Soap. Die Wirklichkeit (dies zeigen Oltmanns Texte über die Oben-und-Unten-Verhältnisse) in Deutschland hingegen - dort draußen in den Provinzen und Regionen - folgt längst ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten, Lebensgefühlen und Erfordernissen. Es sind kaum wahrnehmbare Verzagtheiten von Menschen, die sprachlos am Wegesrand stehen - Menschen als Kostenfaktor.

Es sind Bücher, die politische Zusammenhänge verdeutlichen und emotional berühren. Wie schrieb der Autor: "Was wir wollten, was aus uns geworden ist." Für den Geschichtsunterricht sehr zu empfehlen.

Mittwoch, 30. Oktober 2013

Charakterfest und entschlossen - Augenblicke im Leben der Jutta Oltmanns. 90 Jahre sind kein Tag


































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  "Mit einer Kindheit voll Liebe (Deiner Liebe und Fürsorge) kann man ein halbes Leben hindurch die kalte Welt aushalten."

Das sagte uns der Schriftsteller Jean Paul (*1763+1825).  Der Dichter Hermann Hesse (*1877+1962) ergänzte: "Auf einfache Wege schickt man nur die Schwachen."  

In unseren gemeinsamen Jahren in Schöningen, auf  Spaziergängen durch den Elm,  auf dem Friedhof waren wir uns nah, sehr nah.  Zuweilen redeten wir nicht viel. Wir spürten das Gefühl einer unverbrüchlichen Zweisamkeit, aber auch der Endlichkeit.  Wir ahnten die Begrenztheit unserer Zeit. 

Vielleicht blieb es ein Zufall oder auch nicht. Wir standen vor  dem Grab von Wilhelm Raabe (*1831+1910) in Braunschweig.  "Hoffnung und Freude sind die besten Ärzte", schrieb der deutsche Erzähler. -   Eine innere Ruhe und Gelassenheit begleiteten uns zur Pforte. Wussten wir nur zu gut. Niemand hat die Welt gewählt, in die ich hinein geboren wurde, nicht einmal meinen Namen, meine Erinnerung.

Freitag, 5. Oktober 2012

Lyrik, Gedichte, Verse - Versus memoriales - schnelllebige Tage, flüchtige Momente des Vergessens (7)

     
                                       
von Gerrit Engelke, deutscher Arbeiterdichter, geboren 1890 in Hannover; gestorben  1918 bei Cambrai in  Frankreich

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H E R B S T


Um die Großstadt sinkt die Welt in Schlaf.
Felder gilben, Wälder ächzen überall.
Wie Blätter fallen draußen alle Tage,
Vom Zeitwind weggeweht.

Ob Ebene und Wald in welkes Sterben fallen,
Ob draußen tost Vergänglichkeit,
Im  Stadtberg brüllen Straßen, Hämmer hallen:
Die Stadt dampft heiß in Unrast ohne Zeit.

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Mittwoch, 25. Januar 2012

Bonner Jahre - Hammelsprünge 2012






















Buchkapitel des Autors in dem von der Journalistin Ursula Kosser herausgegebenen Band . Im Vorlauftext heißt es: "Die Verknüpfung von Sex und Macht war in der Bonner Republik Alltag. Was bislang nur hinter vorgehaltener Hand geflüstert wurde, liefert den Hintergrund heutiger Debatten - etwa über die Frauenquote. Denn viele der beteiligten Männer und Frauen wirken heute aktiv und in hohen Positionen an der Politik dieses Landes mit. Im Buch "Hammelsprünge" schildern Akteure und Beobachtern jener Bonner "Treibhaus"-Jahre, was Politiker und Journalisten taten, um "den jungen Hühnern das Gefieder zu stutzen".


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Ursula Kosser: HAMMELSPRÜNGE
Dumont Buchverlag
250 Seiten, Hardcover.
EUR 18,99
ISBN: 978-3-8321-9656-1
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Sonntag, 8. Januar 2012

Unabhängiger Sender mit scharfen Sachverstand - Freies Radio Helsinki, Graz









Frech, witzig, kritisch, unbequem,
lebensnah, die Langeweile ist ausgewandert - Moderation, Interviews, Kommentare, Analysen zum gesellschaftlichen Zeitgeschehen und politischen Ereignissen dieser Jahre im freien Radio Helsinki, Graz 2012 - gegen Ausgrenzung, Selbstgefälligkeit, Bestechung, Trägheit in Oben-Unten-Gesellschaften. Radio Helsinki ein Radio Kunterbunt - Stimmen, die gegen den Strom schwimmen.



Samstag, 24. September 2011

Lyrik,Gedichte, Verse - Versus memoriales - schnelllebige Tage, flüchtige Momente des Vergessens (6)






























Christian Friedrich Hebbel (*18.März 1813 in Wesselburen,
Dithmarschen; + 13. Dezember 1863 in Wien) war ein
deutscher Dramatiker und Lyriker. Sein Pseudonym in der
Jugend war Dr. J.F. Franz


ABENDGEFÜHL

Friedlich bekämpfen
Nacht sich und Tag.
Wie das zu dämpfen,
Wie das zu lösen vermag !

Der mich bedrückte,
Schläfst du schon, Schmerz ?
Was mich beglückte,
Sage, was war's doch, mein Herz ?

Freude, wie Kummer,
Fühl' ich, zerrann,
Aber dem Schlummer
Führten sie leise heran.

Und im Entschweben,
immer empor,
Kommt mir das Leben
Ganz wie ein Schlummerlied vor.




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Joachim Ringelnatz (*7. August 1883 in Wurzen; + 17. November 1934 in Berlin; eigentlich Hans Gustav Bötticher) war ein deutscher Schriftsteller, Kabarettist und Maler, der vor allem für humoristische Gedichte um die Kunstfigur Kuttel Daddeldu bekannt ist.

 


An Gabriele B.

Schenk mir dein Herz für vierzehn Tages,
Du weit ausschreitendes Giraffenkind,
Auf daß ich ehrlich und wie in den Wind
Dir Gutes und Verliebtes sage.

Als ich dich sah, du lange Gabriele,
Hat mich ein Loch in deinem Strumpf gerührt,
und ohne daß du's weißt, hat meine Seele
Durch dieses Loch sich bei dir eingeführt,
Verjag sie nicht und sage: "Ja!"
Es war so schön, 

als ich dich sah.
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Cäsar Otto Hugo Flaischlen (* 12. Mai 1864 in Stuttgart; + 16. Oktober 1920 im Sanatorium Horneck in Gundelsheim) war Anfang des 20. Jahrhunderts ein bekannter Lyriker und Mundartdichter. Er starb im Alter von 56 Jahren und ist heute weitgehend vergessen.


Man hätt es nicht dürfen.
man hätt es nicht sollen,
und man hat es
dennoch gewollt . . .

Und es war so schön,
wie's nie gewesen,
hätt man es dürfen,
hätt man's gesollt.


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Die Lyrikerin Monika Schüler, (* 1957 in Großdorf Haßloch/Pfalz), lebt in Worms. Sie war immer schon anders in ihren bizarren Gefühlen, tief empfundenen Wahrnehmungen, seelischen Aphorismen. Und sie hatte immer schon ein unendliches kaum zu beruhigendes Fernweh. So schreibt Monika Schüler in Bildern, Gefühlen, in Düften, Gerüchen. Ihre Gedichte klingen vielleicht wie Musik, in Tönen, Klängen; mal temperamentvoll, dann wieder unerwartet zärtlich. Ihr erster Gedichtband ist wie ein Vulkan - unterlegt durch Meditation, Hypnose, Trance aus einer anderen, fernen Welt des Bewusstseins.

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Texte aus der Tiefe meiner Seele
Books on Demand, Nor
derstedt,
ISBN: 978-3-8448-6994-1, Paperback, 116 Seiten


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ENGELSDUFT ...Magisch -
Silbern - glitzernd
Fliegt er durch die Luft ...

Er klingt mit Flöten,
Harfen, zarten Tönen,
Weich - und himmlisch
Leicht getragen
Durch die Luft ...

Für alle Menschen
Riecht es
Gleich - betörend.

Verzaubernd gleitet er
Berauschend durch die Luft.

Selbst das Elend
Und die Armut
Halten ihren Atem an,

Versinken
im Rauschen
Dieses Phänomens ...

Engelsduft
Liegt webend
In der Luft ...

Wenn Engel
Ihre weiten Flügel
Breiten aus ...

Aus dem Himmelszelt
Sich liebevoll -
Zur Erde
Tief herab begeben ...

Lässt selbst
Die Kindertränen
Süß versiegen ...

Mit Göttlich -
Großer Liebe -
Sind sie - für uns Menschen
Die Behüter in der Welt.

Engelsduft ..

http://www.blogger.com/img/blank.gif
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DIE NACHT

Des Nebels
Graue Schleier;
In Milch gegossen
der Weg
in Schnee getaucht;

begleitet von der Stille
Dunkelheit;
Der Schrei der Eule,
die nach Weisheit schreit;
das Dunkel,
das die Nacht bezeugt.

"Gedanken", das Gespür;
nach Ewigkeit,
Geräusche flirren
durch die Nacht.
Vom Mond erleuchtet,
ist die Kraft.


"Die Augen schauen"
Sehnsuchtsvoll;
"Es ahnt der Morgen."


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LIEBE
" Die Liebe ist so leicht wie das Schweben in die Wolken,sie ist - oder sie ist nicht.Sie braucht keine Diskussionen, sie lebt von wahren Gefühlen.
Ihr Inhalt ist groß und eines.Nicht beseelt von selbst gemachten Gedanken, -
Und Worten, die nicht zu ihr gehören."

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Katharina Lanfranconi ( *20. Juni 1948 in Luzern / Schweiz)
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WECHSTABEN VERBUCHSELN

wenn worte ihren anfang tauschen
fährt krokodil aus seiner haut
der taube lernt im nu lauschen

und erbensuppe kichert laut

wenn torten ihren anfang wauschen
fährt krokodil aus seinem kraut
die laube kann auf einmal tauschen

nur erbsensuppe lacht nicht laut

weil ausgelöffelt statt verwechselt
sie lautstark ihre wut verdaut

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FRAUENPOWER

weisse zähne
die beissen

laufen mit gelben

die lächeln

kür und pflicht
auf gefrorenem
schweisse


schmallippig

umrandet

lauert listig
das eisloch

alle mütchen
zu kühlen


auch heisse

lacht der himmel bin ich
traurig
heult er rotz bin ich recht froh

meine stimmung ist ga schaurig
und gedrückt wenn andre froh

wenn aus pappe eine nase
schreiend dein gesicht verziert

oder eine schweineblase
voller farbe mich verschmiert

und dein unbedarftes quieken

nicht einmal das schlimmste ist
wenn die freunde glücklich blicken
froh wie hühner auf dem mist


könnt ich dich mit haut und haaren
zum teufel schicken weil du nie

die schönen dinge kennst, die wahren
die wonnen der melancholie

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ICH WILL

dich müde küssen
trauriger

bis deine lider
flattern


weisse
schmetterlinge
sterben leise
lächelnd

leichten tod


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MORGENLIEBE

in deinen schlaf

erfand ich
zeichenschriften
die kein gelehrter

und kein mönch
in seiner klause
jemals sann

in goldne
haut hab ich mit
federkielen sie geritzt
wie blaues licht
so fein, dass nicht

ein tropfen blut
von deiner stirne rann

erwachsend schautest du
die schrift im sonnenlicht

die morgenliebe
jauchzte junges glück
und küsste doch
beio jeem wort
das sie verstand

in süssen schlaf zurück

einen tag
wie heute

könnt ich
glatt verschlafen,

verschenken,
oder in eine grosse
umzugskiste packen

draussen vergässe
ich sie im regen
und würde zusehen,

wie ein grosser
hund kommt
und sein strammes
bein hebt

dann würde ich
mir eine zigarette
anstecken und
einen tiefen

zug nehmen,
obwohl ich
das rauchen
längst aufgegeben
hätte

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CLUB DER LEBENDEN DICHTER

kaum gelesen,
noch seltener gehört,

von keinem erfolg
in der stille gestört,

so singt er mit wortklang
den traurigen winden

bleibt meist ohne anhang
da keiner zu finden

die nächtliche kammer
bevölkert gelichter


stipendiert ist im
glücksfall das brot -

berühmt wird vom club
der lebenden dichter

ausschliesslich
wer hin ist und tot

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Stefan Anton George (* 12. Juli 1868 in Büdesheim ,heute Stadtteil von Bingen am Rhein, + 4. Dezember 1933 in Minusio bei Locarno)
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SPRICH NICHT IMMER

Sprich nicht immer

Von dem laub
Vom zerschellen
Reifer quitten
Von den tritten
Der vernichter
Spät im Jahr.

Von dem zittern
Der libellen
In gewittern
Und der lichter

Deren flimmer
wandelbar.


WENN ICH HE
UT NICHT DEINEN LEIB BERÜHRE
Wenn ich heut nicht deinen leib berühre
Wird der faden meiner Seele reissen
Wie zu sehr gespannte sehne.
Liebe zeichen seien trauerflöre
Mit der leidet seit ich dir gehöre.
Richte ob mir solche qual gebühre

Kühlung sprenge mir dem fieberheissen
Der ich wankend
draussen lehne.
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Walter Bendix Schönflies Benjamin (* 15. Juli 1892 in Berlin; + 26. September 1940 in Portbou)


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"Nur um der Hoffnungslosen Willen ist uns die Hoffnung gegeben."

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Nikolaus Lenau , eigentlich: Nikolaus Franz Niembsch, ab 1820 Edler von Strehlenau, geboren am 13. August 1802 in Csatád (dt. Tschodat) im Banat, Königreich Ungarn, heute Lenauheim in Rumänien; + 22. August 1850 in Oberdöbling, heute Stadtteil Wiens) war österreichischer Schriftsteller des Biedermeier.

NEBEL

Du, trüber Nebel, hüllst mir
Das Tal mit seinem Fluß
Den Berg mit seinem Waldrevier
Und jeden Sonnengruß.

Nimm fort in deine graue Nacht
Die Erde weit und breit !
Nimm fort, was mich so traurig macht,
Auch die Vergangenheit !

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Friedrich Rückert (*16. Mai 1788 in Schweinfurt; + 31. Januar 1866 in Neuses (heute Teil von Coburg); Pseudonym Freimund Raimar, Reimar oder Reimer)
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Das Jahr


In einem Land möcht' ich wohnen,
Wo der Natur gesetzter Zwang

Hinwandeln läßt durch glüh'nde Zonen
Des Jahres unverrückten Gang;

Wo nach des Winters Regengüssen
Ein langer fester Sommer kommt
Und auch die Menschen fühlen müssen,
Daß nicht ein wirrer Wechsel frommt.

Und wäre das mir nicht beschieden,
So möcht' ich wohnen an dem Pol,

Wo eines tiefen Winters Frieden
Ich mir ließ auch gefallen wohl;
Da muß des Menschen Geist versenken

Sich können in das Daseins Schacht
Und still sich nach den Sternen lenken
In ewig heller Winternacht.

Unselig ist der Mitte Schwanken,
Dem hier wir unterworfen sind,

Wo Stunden wechseln wie Gedanken,
Und die Gedanken wie der Wind;
Wo keine ruhige Entfaltung
Erlaubt des Jahrlaufs wilde Hast
Und in verworrner Welthaushaltung

Mensch und Natur hat nirgends Rast.

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Angelus Silesius
(lat. für "Schlesischer Bote / Engel", eigentlich Johannes Scheffler; getauft am 25. Dezember 1624 in Breslau; + 9. Juli 1677 ebendort


Dein Kerker bist du selbst
Die Welt, die hält dich nicht,
du selber bist die Welt,
Die dich in dir mit
dir so stark gefangen hält.




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Max Dauthendey (*25. Juli 1867 in Würzburg; + 29. August 1918 in Malang auf Java)

Unsere Augen so leer,
Unsere Küsse so welk,
Wir weinen und schweigen,
Unsere Herzen schlagen nicht mehr.

Die Schwalben sammeln sich draußen am Meer, Die Schwalben scheiden, Sie kommen wieder, Aber nie mehr uns beiden.
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Simone Hirth (*1985) in Freudenstadt, aufgewachsen in Lützenhardt, studierte am Deutschen Literaturinstitut, lebt in Leipzig. Im Jahre 2007 Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg, Förderpreis der Hermann-Lenz-Stiftung

NOTIZ

Heute lasse ich die Großmütter sterben
und koche nichts.
Heute zweifle ich nicht an den roten Wangen der Teilzeitkraft in der Metzgerei.
Heute verstehe ich die Uhrzeit falsch
und verliebe mich.
Heute warte ich nicht vergeblich auf mein Glück, heute grab ich mich ein.
Heute bewerbe ich mich um eine freie Stelle auf meiner Tapete.
Heute verwette ich mein Erbe
und kaufe nichts.
Heute bin ich weg.

Lyrik,Gedichte, Verse - Versus memoriales - schnelllebige Tage, flüchtige Momente des Vergessens (6)















Christian Friedrich Hebbel (*18.März 1813 
in Wesselburen, Dithmarschen; + 13. Dezember 1863
in Wien) war ein deutscher Dramatiker und Lyriker.
Sein Pseudonym in der Jugend war Dr. J.F. Franz



ABENDGEFÜHL

Friedlich bekämpfen
Nacht sich und Tag.
Wie das zu dämpfen,
Wie das zu lösen vermag !

Der mich bedrückte,
Schläfst du schon, Schmerz ?
Was mich beglückte,
Sage, was war's doch, mein Herz ?

Freude, wie Kummer,
Fühl' ich, zerrann,
Aber dem Schlummer
Führten sie leise heran.

Und im Entschweben,
immer empor,
Kommt mir das Leben
Ganz wie ein Schlummerlied vor.




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Joachim Ringelnatz (*7. August 1883 in Wurzen; + 17. November 1934 in Berlin; eigentlich Hans Gustav Bötticher) war ein deutscher Schriftsteller, Kabarettist und Maler, der vor allem für humoristische Gedichte um die Kunstfigur Kuttel Daddeldu bekannt ist.

 


An Gabriele B.

Schenk mir dein Herz für vierzehn Tages,
Du weit ausschreitendes Giraffenkind,
Auf daß ich ehrlich und wie in den Wind
Dir Gutes und Verliebtes sage.

Als ich dich sah, du lange Gabriele,
Hat mich ein Loch in deinem Strumpf gerührt,
und ohne daß du's weißt, hat meine Seele
Durch dieses Loch sich bei dir eingeführt,
Verjag sie nicht und sage: "Ja!"
Es war so schön, 

als ich dich sah.
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Cäsar Otto Hugo Flaischlen (* 12. Mai 1864 in Stuttgart; + 16. Oktober 1920 im Sanatorium Horneck in Gundelsheim) war Anfang des 20. Jahrhunderts ein bekannter Lyriker und Mundartdichter. Er starb im Alter von 56 Jahren und ist heute weitgehend vergessen.


Man hätt es nicht dürfen.
man hätt es nicht sollen,
und man hat es
dennoch gewollt . . .

Und es war so schön,
wie's nie gewesen,
hätt man es dürfen,
hätt man's gesollt.


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Die Lyrikerin Monika Schüler, (* 1957 in Großdorf Haßloch/Pfalz), lebt in Worms. Sie war immer schon anders in ihren bizarren Gefühlen, tief empfundenen Wahrnehmungen, seelischen Aphorismen. Und sie hatte immer schon ein unendliches kaum zu beruhigendes Fernweh. So schreibt Monika Schüler in Bildern, Gefühlen, in Düften, Gerüchen. Ihre Gedichte klingen vielleicht wie Musik, in Tönen, Klängen; mal temperamentvoll, dann wieder unerwartet zärtlich. Ihr erster Gedichtband ist wie ein Vulkan - unterlegt durch Meditation, Hypnose, Trance aus einer anderen, fernen Welt des Bewusstseins.

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Texte aus der Tiefe meiner Seele
Books on Demand, Nor
derstedt,
ISBN: 978-3-8448-6994-1, Paperback, 116 Seiten


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ENGELSDUFT ...Magisch -
Silbern - glitzernd
Fliegt er durch die Luft ...

Er klingt mit Flöten,
Harfen, zarten Tönen,
Weich - und himmlisch
Leicht getragen
Durch die Luft ...

Für alle Menschen
Riecht es
Gleich - betörend.

Verzaubernd gleitet er
Berauschend durch die Luft.

Selbst das Elend
Und die Armut
Halten ihren Atem an,

Versinken
im Rauschen
Dieses Phänomens ...

Engelsduft
Liegt webend
In der Luft ...

Wenn Engel
Ihre weiten Flügel
Breiten aus ...

Aus dem Himmelszelt
Sich liebevoll -
Zur Erde
Tief herab begeben ...

Lässt selbst
Die Kindertränen
Süß versiegen ...

Mit Göttlich -
Großer Liebe -
Sind sie - für uns Menschen
Die Behüter in der Welt.

Engelsduft ..

http://www.blogger.com/img/blank.gif
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DIE NACHT

Des Nebels
Graue Schleier;
In Milch gegossen
der Weg
in Schnee getaucht;

begleitet von der Stille
Dunkelheit;
Der Schrei der Eule,
die nach Weisheit schreit;
das Dunkel,
das die Nacht bezeugt.

"Gedanken", das Gespür;
nach Ewigkeit,
Geräusche flirren
durch die Nacht.
Vom Mond erleuchtet,
ist die Kraft.


"Die Augen schauen"
Sehnsuchtsvoll;
"Es ahnt der Morgen."


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LIEBE
" Die Liebe ist so leicht wie das Schweben in die Wolken,sie ist - oder sie ist nicht.Sie braucht keine Diskussionen, sie lebt von wahren Gefühlen.
Ihr Inhalt ist groß und eines.Nicht beseelt von selbst gemachten Gedanken, -
Und Worten, die nicht zu ihr gehören."

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Katharina Lanfranconi ( *20. Juni 1948 in Luzern / Schweiz)
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WECHSTABEN VERBUCHSELN

wenn worte ihren anfang tauschen
fährt krokodil aus seiner haut
der taube lernt im nu lauschen

und erbensuppe kichert laut

wenn torten ihren anfang wauschen
fährt krokodil aus seinem kraut
die laube kann auf einmal tauschen

nur erbsensuppe lacht nicht laut

weil ausgelöffelt statt verwechselt
sie lautstark ihre wut verdaut

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FRAUENPOWER

weisse zähne
die beissen

laufen mit gelben

die lächeln

kür und pflicht
auf gefrorenem
schweisse


schmallippig

umrandet

lauert listig
das eisloch

alle mütchen
zu kühlen


auch heisse

lacht der himmel bin ich
traurig
heult er rotz bin ich recht froh

meine stimmung ist ga schaurig
und gedrückt wenn andre froh

wenn aus pappe eine nase
schreiend dein gesicht verziert

oder eine schweineblase
voller farbe mich verschmiert

und dein unbedarftes quieken

nicht einmal das schlimmste ist
wenn die freunde glücklich blicken
froh wie hühner auf dem mist


könnt ich dich mit haut und haaren
zum teufel schicken weil du nie

die schönen dinge kennst, die wahren
die wonnen der melancholie

----------------------------------------------------------

ICH WILL

dich müde küssen
trauriger

bis deine lider
flattern


weisse
schmetterlinge
sterben leise
lächelnd

leichten tod


------------------------------------------
----------

MORGENLIEBE

in deinen schlaf

erfand ich
zeichenschriften
die kein gelehrter

und kein mönch
in seiner klause
jemals sann

in goldne
haut hab ich mit
federkielen sie geritzt
wie blaues licht
so fein, dass nicht

ein tropfen blut
von deiner stirne rann

erwachsend schautest du
die schrift im sonnenlicht

die morgenliebe
jauchzte junges glück
und küsste doch
beio jeem wort
das sie verstand

in süssen schlaf zurück

einen tag
wie heute

könnt ich
glatt verschlafen,

verschenken,
oder in eine grosse
umzugskiste packen

draussen vergässe
ich sie im regen
und würde zusehen,

wie ein grosser
hund kommt
und sein strammes
bein hebt

dann würde ich
mir eine zigarette
anstecken und
einen tiefen

zug nehmen,
obwohl ich
das rauchen
längst aufgegeben
hätte

--------------------------------------------------------------

CLUB DER LEBENDEN DICHTER

kaum gelesen,
noch seltener gehört,

von keinem erfolg
in der stille gestört,

so singt er mit wortklang
den traurigen winden

bleibt meist ohne anhang
da keiner zu finden

die nächtliche kammer
bevölkert gelichter


stipendiert ist im
glücksfall das brot -

berühmt wird vom club
der lebenden dichter

ausschliesslich
wer hin ist und tot

-------------------------------------------------------------------

Stefan Anton George (* 12. Juli 1868 in Büdesheim ,heute Stadtteil von Bingen am Rhein, + 4. Dezember 1933 in Minusio bei Locarno)
------------------------------------------------------------------


SPRICH NICHT IMMER

Sprich nicht immer

Von dem laub
Vom zerschellen
Reifer quitten
Von den tritten
Der vernichter
Spät im Jahr.

Von dem zittern
Der libellen
In gewittern
Und der lichter

Deren flimmer
wandelbar.


WENN ICH HE
UT NICHT DEINEN LEIB BERÜHRE
Wenn ich heut nicht deinen leib berühre
Wird der faden meiner Seele reissen
Wie zu sehr gespannte sehne.
Liebe zeichen seien trauerflöre
Mit der leidet seit ich dir gehöre.
Richte ob mir solche qual gebühre

Kühlung sprenge mir dem fieberheissen
Der ich wankend
draussen lehne.
-----------------------------------------------------------------------



















Walter Bendix Schönflies Benjamin (* 15. Juli 1892 in Berlin; + 26. September 1940 in Portbou)


------------------------------------------------------------------------------

"Nur um der Hoffnungslosen Willen ist uns die Hoffnung gegeben."

-------------------------------------------------------------------


Nikolaus Lenau , eigentlich: Nikolaus Franz Niembsch, ab 1820 Edler von Strehlenau, geboren am 13. August 1802 in Csatád (dt. Tschodat) im Banat, Königreich Ungarn, heute Lenauheim in Rumänien; + 22. August 1850 in Oberdöbling, heute Stadtteil Wiens) war österreichischer Schriftsteller des Biedermeier.

NEBEL

Du, trüber Nebel, hüllst mir
Das Tal mit seinem Fluß
Den Berg mit seinem Waldrevier
Und jeden Sonnengruß.

Nimm fort in deine graue Nacht
Die Erde weit und breit !
Nimm fort, was mich so traurig macht,
Auch die Vergangenheit !

----------------------------------------
------------------------------------


Friedrich Rückert (*16. Mai 1788 in Schweinfurt; + 31. Januar 1866 in Neuses (heute Teil von Coburg); Pseudonym Freimund Raimar, Reimar oder Reimer)
------------------------------------------------------------

Das Jahr


In einem Land möcht' ich wohnen,
Wo der Natur gesetzter Zwang

Hinwandeln läßt durch glüh'nde Zonen
Des Jahres unverrückten Gang;

Wo nach des Winters Regengüssen
Ein langer fester Sommer kommt
Und auch die Menschen fühlen müssen,
Daß nicht ein wirrer Wechsel frommt.

Und wäre das mir nicht beschieden,
So möcht' ich wohnen an dem Pol,

Wo eines tiefen Winters Frieden
Ich mir ließ auch gefallen wohl;
Da muß des Menschen Geist versenken

Sich können in das Daseins Schacht
Und still sich nach den Sternen lenken
In ewig heller Winternacht.

Unselig ist der Mitte Schwanken,
Dem hier wir unterworfen sind,

Wo Stunden wechseln wie Gedanken,
Und die Gedanken wie der Wind;
Wo keine ruhige Entfaltung
Erlaubt des Jahrlaufs wilde Hast
Und in verworrner Welthaushaltung

Mensch und Natur hat nirgends Rast.

------------------------------------------------------------



Angelus Silesius
(lat. für "Schlesischer Bote / Engel", eigentlich Johannes Scheffler; getauft am 25. Dezember 1624 in Breslau; + 9. Juli 1677 ebendort


Dein Kerker bist du selbst
Die Welt, die hält dich nicht,
du selber bist die Welt,
Die dich in dir mit
dir so stark gefangen hält.




---------------------------------------------------------------

Max Dauthendey (*25. Juli 1867 in Würzburg; + 29. August 1918 in Malang auf Java)

Unsere Augen so leer,
Unsere Küsse so welk,
Wir weinen und schweigen,
Unsere Herzen schlagen nicht mehr.

Die Schwalben sammeln sich draußen am Meer, Die Schwalben scheiden, Sie kommen wieder, Aber nie mehr uns beiden.
---------------------------------------------------------------


Simone Hirth (*1985) in Freudenstadt, aufgewachsen in Lützenhardt, studierte am Deutschen Literaturinstitut, lebt in Leipzig. Im Jahre 2007 Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg, Förderpreis der Hermann-Lenz-Stiftung

NOTIZ

Heute lasse ich die Großmütter sterben
und koche nichts.
Heute zweifle ich nicht an den roten Wangen der Teilzeitkraft in der Metzgerei.
Heute verstehe ich die Uhrzeit falsch
und verliebe mich.
Heute warte ich nicht vergeblich auf mein Glück, heute grab ich mich ein.
Heute bewerbe ich mich um eine freie Stelle auf meiner Tapete.
Heute verwette ich mein Erbe
und kaufe nichts.
Heute bin ich weg.

Lyrik,Gedichte, Verse - Versus memoriales - schnelllebige Tage, flüchtige Momente des Vergessens (6)






























Christian Friedrich Hebbel (*18.März 1813 in Wesselburen,
Dithmarschen; + 13. Dezember 1863 in Wien) war ein
deutscher Dramatiker und Lyriker. Sein Pseudonym in der
Jugend war Dr. J.F. Franz


ABENDGEFÜHL

Friedlich bekämpfen
Nacht sich und Tag.
Wie das zu dämpfen,
Wie das zu lösen vermag !

Der mich bedrückte,
Schläfst du schon, Schmerz ?
Was mich beglückte,
Sage, was war's doch, mein Herz ?

Freude, wie Kummer,
Fühl' ich, zerrann,
Aber dem Schlummer
Führten sie leise heran.

Und im Entschweben,
immer empor,
Kommt mir das Leben
Ganz wie ein Schlummerlied vor.




-------------------------------------------------------------------------------


















Joachim Ringelnatz (*7. August 1883 in Wurzen; + 17. November 1934 in Berlin; eigentlich Hans Gustav Bötticher) war ein deutscher Schriftsteller, Kabarettist und Maler, der vor allem für humoristische Gedichte um die Kunstfigur Kuttel Daddeldu bekannt ist.

 


An Gabriele B.

Schenk mir dein Herz für vierzehn Tages,
Du weit ausschreitendes Giraffenkind,
Auf daß ich ehrlich und wie in den Wind
Dir Gutes und Verliebtes sage.

Als ich dich sah, du lange Gabriele,
Hat mich ein Loch in deinem Strumpf gerührt,
und ohne daß du's weißt, hat meine Seele
Durch dieses Loch sich bei dir eingeführt,
Verjag sie nicht und sage: "Ja!"
Es war so schön, 

als ich dich sah.
 ---------------------







Cäsar Otto Hugo Flaischlen (* 12. Mai 1864 in Stuttgart; + 16. Oktober 1920 im Sanatorium Horneck in Gundelsheim) war Anfang des 20. Jahrhunderts ein bekannter Lyriker und Mundartdichter. Er starb im Alter von 56 Jahren und ist heute weitgehend vergessen.


Man hätt es nicht dürfen.
man hätt es nicht sollen,
und man hat es
dennoch gewollt . . .

Und es war so schön,
wie's nie gewesen,
hätt man es dürfen,
hätt man's gesollt.


---------------------------------------------------------------------------------------

Die Lyrikerin Monika Schüler, (* 1957 in Großdorf Haßloch/Pfalz), lebt in Worms. Sie war immer schon anders in ihren bizarren Gefühlen, tief empfundenen Wahrnehmungen, seelischen Aphorismen. Und sie hatte immer schon ein unendliches kaum zu beruhigendes Fernweh. So schreibt Monika Schüler in Bildern, Gefühlen, in Düften, Gerüchen. Ihre Gedichte klingen vielleicht wie Musik, in Tönen, Klängen; mal temperamentvoll, dann wieder unerwartet zärtlich. Ihr erster Gedichtband ist wie ein Vulkan - unterlegt durch Meditation, Hypnose, Trance aus einer anderen, fernen Welt des Bewusstseins.

------------------------------------- 
Texte aus der Tiefe meiner Seele
Books on Demand, Nor
derstedt,
ISBN: 978-3-8448-6994-1, Paperback, 116 Seiten


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ENGELSDUFT ...Magisch -
Silbern - glitzernd
Fliegt er durch die Luft ...

Er klingt mit Flöten,
Harfen, zarten Tönen,
Weich - und himmlisch
Leicht getragen
Durch die Luft ...

Für alle Menschen
Riecht es
Gleich - betörend.

Verzaubernd gleitet er
Berauschend durch die Luft.

Selbst das Elend
Und die Armut
Halten ihren Atem an,

Versinken
im Rauschen
Dieses Phänomens ...

Engelsduft
Liegt webend
In der Luft ...

Wenn Engel
Ihre weiten Flügel
Breiten aus ...

Aus dem Himmelszelt
Sich liebevoll -
Zur Erde
Tief herab begeben ...

Lässt selbst
Die Kindertränen
Süß versiegen ...

Mit Göttlich -
Großer Liebe -
Sind sie - für uns Menschen
Die Behüter in der Welt.

Engelsduft ..

http://www.blogger.com/img/blank.gif
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DIE NACHT

Des Nebels
Graue Schleier;
In Milch gegossen
der Weg
in Schnee getaucht;

begleitet von der Stille
Dunkelheit;
Der Schrei der Eule,
die nach Weisheit schreit;
das Dunkel,
das die Nacht bezeugt.

"Gedanken", das Gespür;
nach Ewigkeit,
Geräusche flirren
durch die Nacht.
Vom Mond erleuchtet,
ist die Kraft.


"Die Augen schauen"
Sehnsuchtsvoll;
"Es ahnt der Morgen."


--------------------------------------------------------------------

LIEBE
" Die Liebe ist so leicht wie das Schweben in die Wolken,sie ist - oder sie ist nicht.Sie braucht keine Diskussionen, sie lebt von wahren Gefühlen.
Ihr Inhalt ist groß und eines.Nicht beseelt von selbst gemachten Gedanken, -
Und Worten, die nicht zu ihr gehören."

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Katharina Lanfranconi ( *20. Juni 1948 in Luzern / Schweiz)
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WECHSTABEN VERBUCHSELN

wenn worte ihren anfang tauschen
fährt krokodil aus seiner haut
der taube lernt im nu lauschen

und erbensuppe kichert laut

wenn torten ihren anfang wauschen
fährt krokodil aus seinem kraut
die laube kann auf einmal tauschen

nur erbsensuppe lacht nicht laut

weil ausgelöffelt statt verwechselt
sie lautstark ihre wut verdaut

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FRAUENPOWER

weisse zähne
die beissen

laufen mit gelben

die lächeln

kür und pflicht
auf gefrorenem
schweisse


schmallippig

umrandet

lauert listig
das eisloch

alle mütchen
zu kühlen


auch heisse

lacht der himmel bin ich
traurig
heult er rotz bin ich recht froh

meine stimmung ist ga schaurig
und gedrückt wenn andre froh

wenn aus pappe eine nase
schreiend dein gesicht verziert

oder eine schweineblase
voller farbe mich verschmiert

und dein unbedarftes quieken

nicht einmal das schlimmste ist
wenn die freunde glücklich blicken
froh wie hühner auf dem mist


könnt ich dich mit haut und haaren
zum teufel schicken weil du nie

die schönen dinge kennst, die wahren
die wonnen der melancholie

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ICH WILL

dich müde küssen
trauriger

bis deine lider
flattern


weisse
schmetterlinge
sterben leise
lächelnd

leichten tod


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MORGENLIEBE

in deinen schlaf

erfand ich
zeichenschriften
die kein gelehrter

und kein mönch
in seiner klause
jemals sann

in goldne
haut hab ich mit
federkielen sie geritzt
wie blaues licht
so fein, dass nicht

ein tropfen blut
von deiner stirne rann

erwachsend schautest du
die schrift im sonnenlicht

die morgenliebe
jauchzte junges glück
und küsste doch
beio jeem wort
das sie verstand

in süssen schlaf zurück

einen tag
wie heute

könnt ich
glatt verschlafen,

verschenken,
oder in eine grosse
umzugskiste packen

draussen vergässe
ich sie im regen
und würde zusehen,

wie ein grosser
hund kommt
und sein strammes
bein hebt

dann würde ich
mir eine zigarette
anstecken und
einen tiefen

zug nehmen,
obwohl ich
das rauchen
längst aufgegeben
hätte

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CLUB DER LEBENDEN DICHTER

kaum gelesen,
noch seltener gehört,

von keinem erfolg
in der stille gestört,

so singt er mit wortklang
den traurigen winden

bleibt meist ohne anhang
da keiner zu finden

die nächtliche kammer
bevölkert gelichter


stipendiert ist im
glücksfall das brot -

berühmt wird vom club
der lebenden dichter

ausschliesslich
wer hin ist und tot

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Stefan Anton George (* 12. Juli 1868 in Büdesheim ,heute Stadtteil von Bingen am Rhein, + 4. Dezember 1933 in Minusio bei Locarno)
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SPRICH NICHT IMMER

Sprich nicht immer

Von dem laub
Vom zerschellen
Reifer quitten
Von den tritten
Der vernichter
Spät im Jahr.

Von dem zittern
Der libellen
In gewittern
Und der lichter

Deren flimmer
wandelbar.


WENN ICH HE
UT NICHT DEINEN LEIB BERÜHRE
Wenn ich heut nicht deinen leib berühre
Wird der faden meiner Seele reissen
Wie zu sehr gespannte sehne.
Liebe zeichen seien trauerflöre
Mit der leidet seit ich dir gehöre.
Richte ob mir solche qual gebühre

Kühlung sprenge mir dem fieberheissen
Der ich wankend
draussen lehne.
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Walter Bendix Schönflies Benjamin (* 15. Juli 1892 in Berlin; + 26. September 1940 in Portbou)


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"Nur um der Hoffnungslosen Willen ist uns die Hoffnung gegeben."

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Nikolaus Lenau , eigentlich: Nikolaus Franz Niembsch, ab 1820 Edler von Strehlenau, geboren am 13. August 1802 in Csatád (dt. Tschodat) im Banat, Königreich Ungarn, heute Lenauheim in Rumänien; + 22. August 1850 in Oberdöbling, heute Stadtteil Wiens) war österreichischer Schriftsteller des Biedermeier.

NEBEL

Du, trüber Nebel, hüllst mir
Das Tal mit seinem Fluß
Den Berg mit seinem Waldrevier
Und jeden Sonnengruß.

Nimm fort in deine graue Nacht
Die Erde weit und breit !
Nimm fort, was mich so traurig macht,
Auch die Vergangenheit !

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Friedrich Rückert (*16. Mai 1788 in Schweinfurt; + 31. Januar 1866 in Neuses (heute Teil von Coburg); Pseudonym Freimund Raimar, Reimar oder Reimer)
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Das Jahr


In einem Land möcht' ich wohnen,
Wo der Natur gesetzter Zwang

Hinwandeln läßt durch glüh'nde Zonen
Des Jahres unverrückten Gang;

Wo nach des Winters Regengüssen
Ein langer fester Sommer kommt
Und auch die Menschen fühlen müssen,
Daß nicht ein wirrer Wechsel frommt.

Und wäre das mir nicht beschieden,
So möcht' ich wohnen an dem Pol,

Wo eines tiefen Winters Frieden
Ich mir ließ auch gefallen wohl;
Da muß des Menschen Geist versenken

Sich können in das Daseins Schacht
Und still sich nach den Sternen lenken
In ewig heller Winternacht.

Unselig ist der Mitte Schwanken,
Dem hier wir unterworfen sind,

Wo Stunden wechseln wie Gedanken,
Und die Gedanken wie der Wind;
Wo keine ruhige Entfaltung
Erlaubt des Jahrlaufs wilde Hast
Und in verworrner Welthaushaltung

Mensch und Natur hat nirgends Rast.

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Angelus Silesius
(lat. für "Schlesischer Bote / Engel", eigentlich Johannes Scheffler; getauft am 25. Dezember 1624 in Breslau; + 9. Juli 1677 ebendort


Dein Kerker bist du selbst
Die Welt, die hält dich nicht,
du selber bist die Welt,
Die dich in dir mit
dir so stark gefangen hält.




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Max Dauthendey (*25. Juli 1867 in Würzburg; + 29. August 1918 in Malang auf Java)

Unsere Augen so leer,
Unsere Küsse so welk,
Wir weinen und schweigen,
Unsere Herzen schlagen nicht mehr.

Die Schwalben sammeln sich draußen am Meer, Die Schwalben scheiden, Sie kommen wieder, Aber nie mehr uns beiden.
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Simone Hirth (*1985) in Freudenstadt, aufgewachsen in Lützenhardt, studierte am Deutschen Literaturinstitut, lebt in Leipzig. Im Jahre 2007 Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg, Förderpreis der Hermann-Lenz-Stiftung

NOTIZ

Heute lasse ich die Großmütter sterben
und koche nichts.
Heute zweifle ich nicht an den roten Wangen der Teilzeitkraft in der Metzgerei.
Heute verstehe ich die Uhrzeit falsch
und verliebe mich.
Heute warte ich nicht vergeblich auf mein Glück, heute grab ich mich ein.
Heute bewerbe ich mich um eine freie Stelle auf meiner Tapete.
Heute verwette ich mein Erbe
und kaufe nichts.
Heute bin ich weg.